Kein Dach wie jedes

Die Sanierung des Daches des renommierten Modehauses Hirmer direkt neben der Frauenkirche in Münchens Innenstadt stellte besondere Herausforderungen: Ein runder Grat barg für die Verarbeiter Tücken.


Ganz zentral und direkt neben der Münchner Frauenkirche befindet sich das Stamm­haus des bun­des­weit bekannten Herrenausstatters Hirmer. Ein Teil des Gebäudes, in dem der Herrenausstatter seinen Sitz hat, wurde kürzlich umfang­reich saniert. Für den 1500 m² gro­ßen Dachabschnitt liefer­te Kora­mic Biberschwanzziegel der Stärke 1,4 cm mit Segmentschnitt (18 x 38 cm).

Eine architek­tonische Be­sonderheit des renom­mierten Kaufhauses ist eine abge­run­dete Ecke, die sich in einem ebenfalls abgerun­deten Grat auf dem Dach fortsetzt. Auch wenn dieses Detail im ersten Au­gen­blick un­spek­ta­­kulär aussieht, so stellt ein abgerundeter Grat dachtech­nisch jedoch einen er­heb­lichen Schwie­rigkeitsgrad dar. Hier war professio­nelle Unter­stüt­zung von Seiten des Dachziegelher­stellers gefragt: Der beauftragte Verarbeiter und die Anwendungstechnik von Koramic entwickelten im Dialog eine Lösung, die so­wohl ästhe­tisch wie auch wirt­schaftlich vernünftig und ratio­nell ist.

Ästhetische Technik

 

Die Besonderheit eines mit Biber­schwanzziegeln gedeckten Da­ches ist, dass die Mindesthöhenüberdeckung der Biber von der Dachnei­gung ab­hängt. Je geringer die Dachnei­gung, um­so höher muss die Über­deckung sein, damit ein Biber­dach regen­si­cher ist. Der runde Dachbe­reich am Grat in München sorgte dadurch für eine besondere Schwierigkeit: Der besagte Dachbe­reich ist geringer geneigt als die Haupt­dach­flä­chen und muss entsprechend höher überdeckt werden. Weil die Ziegelreihen links und rechts von der Rundung auf gleicher Dachlattenhö­he flie­ßend ineinan­der über­gehen, müssen die höheren Über­deck­ungen aus der Run­dung zwangsläufig auch von den steilen Dach­flächen übernommen werden. Die dadurch eigentlich un­nötig ho­hen Über­deckungen in den Steil­flä­chen hätten die Dach­arbeiten unverhältnismäßig ver­teu­ert.

Technisch anspruchsvolle Umsetzung

 

Die erarbeitete Lösung sah wie folgt aus: Die Haupt­dach­­flä­chen wurden ge­ring­­fügig höher über­deckt als nötig. An der Gratrun­dung wurden im Traufbe­reich eini­ge Ziegel­reihen zusätzlich einge­deckt, um hier eine hö­he­re Über­deck­ung zu reali­sieren. Da­durch hebt sich die rund laufende Deckung an der Traufe et­was an und ent­wick­elt eine Optik und Ästhetik, die der einer Fle­dermaus­gaube ähnelt.

Eine weitere Besonderheit des abgerundeten Grates war, dass die Biber­schwanz­deckung bei die­sem rechtwinkligen Dachgrundriss der 90°-Dre­hung fol­gen musste. Auch hier ent­wickel­ten die Dachdecker mit Koramic eine adäqua­te Vorge­hens­weise. Die Drehung der Deckung wurde durch Schneiden der Ziegel Biber für Biber zwi­schen den beiden gera­den Dach­flächen nach­voll­zo­gen. Eine Richtschnur unter­stützte die­ Arbeit. Wirt­schaft­­lich­keit und Ästhetik konnten so bei dieser technisch anspruchsvollen Dacheindeckung harmonisch vereint werden.

 

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