1. Preis für Dachsanierung der NRW Bank

Eine millimetergenaue Planung, elegante Formen sowie fein abgestimmte Farben prägen das Dach der NRW Bank in Münster nach der vollendeten Dachsanierung.

Bauherr NRW.BANK, Düsseldorf
Architekt Eisfeld Engel Architekten, Hamburg
Verarbeiter Ulland Dachtechnik GmbH, Ahaus-Alstätte
Art der Baumaßnahme Sanierung/Modernisierung
Produkt/Farbe Mönchs- und Nonnenziegel, naturrot
Lage

Friedrichstraße 1, 48145 Münster

Das zum Teil unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde aus einer Nachkriegs-Blockrandbebauung wieder herausgelöst, als repräsentativer Solitär saniert und einem modernen Neubau als historisches Bauwerk gegenübergestellt. Das mit hochwertigen Materialien gestaltete Gebäudeensemble schafft eine neue und spannungsreiche städtebauliche Situation. Die Dachdeckung, die Dacharbeiten und die Ausbauarbeiten unter dem Dach sind von einer so hohen Güte, dass dieses Objekt den ersten Preis beim Sanierungswettbewerb 2010 der Fachzeitschrift Dachdecker-Handwerk (DDH) gewann. Dem ausführenden Dachdeckermeister Andreas Ulland, Ahaus-Alstätte, wurde von sachkundiger Seite im Zuge des Wettbewerbes erstklassige Arbeit attestiert.

 

Das Dach der Bank

 

Fotografien von 1909 zeigen das Dach der alten Landesbank mit einer Mönch-Nonnen-Deckung. Obwohl das Dach selbst nicht unter Denkmalschutz steht, entschieden sich die Architekten Eisfeld Engel aus Hamburg wieder für die historische Optik einer Mönch-Nonnen-Deckung. Architekt Engel: “Uns reizte das starke Schattenspiel. Zudem verleiht das hohe Profil der Dachziegel dem Dach eine unverwechselbare Note“. Ursprünglich wurden Mönch-Nonnen-Deckungen aufwändig vermörtelt und waren damit wartungsintensiv. Für dieses Dach empfahl die Dachsparte Koramic von Wienerberger eine zeitgemäße, trocken verlegte Mönch-Nonnen-Deckung. Ohne Mörtel wirkt die Deckung sauber und elegant. Leistungsfähige Klammern sichern jeden Ziegel einzeln.

 

Vollkeramische Ausführung

 

Die edle Note des Daches sowie der Bauten basiert u.a. auf einem fein abgestimmten Farbenspiel von hellen Sandsteinen und dunklen Bauteilen wie Dachziegeln und Fensterrahmen. Die Dachziegel sind dabei nicht schlicht schwarz, sondern nach Bemusterung durch den Architekten mit einer dunkelbraunen Engobe beschichtet. Um das Farbenspiel bis ins Detail zu vollenden, wurde für dieses Dach die Mönch-Nonnen-Deckung von Wienerberger vollkeramisch ausgeführt. Das Unternehmen lieferte, neben den dunkel engobierten Mönchen und Nonnen, spezielle Firstanschlussziegel und Traufziegel sowie Firste, Gratanfänger und Walmkappen.

 

Die Gauben als Highlight

 

Eine Besonderheit des Daches sind die modern gestalteten und skulpturhaft wirkenden Gauben. Sie sind mit allergrößter Sorgfalt in das Verlegeraster der Mönch-Nonnen-Deckung integriert. Die Architekten wünschten, neben einer zum Raster der darunter liegenden Fassadenfenster passenden Position, auch eine exakte Integration der Gauben in das Raster der Dachdeckung. Die Gauben sollten so hoch konstruiert werden, dass unter und über der Gaube keine Dachziegel geschnitten werden müssen. Gleiches galt für die Breite. Die Gauben sollten so breit sein, dass links und rechts der Gaubenwangen an allen Gauben gleichmäßig breite Kehlen entstehen und diese Kehlen immer unter einem Mönch ästhetisch enden. Im Dialog zwischen Architekten und Dachdecker wurde eine architektonisch anspruchsvolle Gaube mit glatten Wangen entwickelt. Auch die traufseitigen Anschlüsse wurden gestalterisch optimiert, sodass die Gauben über der keramischen Deckung quasi schweben. Dadurch wirken sie geradlinig und wie ausgestanzt. Die exakten Maße und Positionen der Gauben berücksichtigten die Zimmerer beim Abbund des Dachstuhles, so dass vor Ort bei der Montage keinerlei Wechsel erforderlich war.

 

 

Verwandte Artikel