Digitalisierung als Investition in eine erfolgreiche Zukunft

Lorenz Bieringer, Sprecher der Geschäftsführung von Wie-nerberger, referierte kürzlich beim Forum UnternehmerTUM in München über die Herausforderungen der Bauindustrie und die Potenziale der Digitalisierung beim Bauen. Im Fokus stand dabei der Wohnungsbau, von dem derzeit die größten Wachstumsimpulse für die Bauindustrie ausgehen.

Hannover, Mai 2018 – „Building New Tech Business Together“:  Unter diesem Motto stand das 12. Forum UnternehmerTUM, zu dem das Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München geladen hatte. Dieses Forum ist eine der größten und wichtigsten Netzwerkveranstaltungen für die Gründerszene in Deutschland. Mehr als 650 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Finanzbranche kamen in die BMW-Welt, um mit kreativen Köpfen der Gründerszene und führenden Unternehmensvertretern das Potenzial neuester technischer Entwicklungen auszuloten. Neben den Themenfeldern künstliche Intelligenz, Zukunft der Mobilität, Smart Industries und personalisierte Medizin stand die Bauindustrie im Fokus der Vorträge und Diskussionen.

Bauindustrie steht vor gravierenden Veränderungen

Lorenz Bieringer, Sprecher der Geschäftsführung von Wienerberger Deutschland, ging in seinem Vortrag auf die enormen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Bauindustrie ein. Der Schwerpunkt lag auf der Entwicklung des Wohnungsbaus als Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen.
 

Planen auf gemeinsamer Datenbasis

„Die Bauindustrie braucht dringend hochoptimierte Planungs- und Bauprozesse, die Baustelle 4.0 sozusagen. In gewissen Bereichen kann uns die Automobilindustrie hier als Vorbild dienen“, so Bieringer. Dazu gehöre die Digitalisierung der Fertigung und Logistik genauso wie die Vernetzung autonomer, intelligenter Objekte und Systeme. Erster Schritt dazu seien leistungsfähige Datenschnittstellen bei den Baubeteiligten, um letztendlich zu einer gemeinsamen, gewerkeübergreifenden Datenbasis zu gelangen.

Projektmanagement von Anfang an

Building Information Modeling – kurz BIM – biete diese Datenbasis. Als Planungs- und Steuerungsmethode bilde sie den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes auf der Grundlage eines 3D-Gebäudedatenmodells digital ab: von der Planung über die Ausführung und Bewirtschaftung bis zum Rückbau. Allerdings arbeiteten erst rund drei Prozent aller Planer mit BIM, so Bieringer. Um diese komplexe Aufgabenstellung in die Breite zu tragen, habe man bei Wienerberger das Wienerberger Projektmanagement
– kurz WPM – etabliert. Es bringe Investor, Planer und Bauunternehmen an einem Tisch. So könne man frühzeitig die Weichen für ein Projekt stellen. BIM werde diese Herangehensweise dann digital übersetzen und die Wertschöpfungskette neu definieren. Auch eine Vielzahl an digitalen Services, wie das Poroton-Planungstool oder das Windsog-Berechnungsprogramm, sei bereits entwickelt worden und würde seitdem eingesetzt, sagte Bieringer. Nächster großer Schritt seien computerlesbare Produktkataloge für die rund 600 Produkte von Wienerberger.

Veränderungen auch in Unternehmen

Man habe bei Wienerberger schon einiges erreicht, so Bieringer. Das sei allerdings nur der Anfang. Hochgestecktes Ziel sei es, die gesamte Wertschöpfungskette vom ersten Kundenkontakt bis zur Rechnungslegung digital zu steuern. Dies umfasse Marketing und Verkauf, digitalisierte Produktions- und Auslieferungsprozesse ebenso wie die kaufmännische Abwicklung. Dies sei eine völlig neue Dimension, sagte Bieringer. Und ergänzte: „Das ist gut so – doch längst noch nicht genug. Wir brauchen auch die Mitarbeiter, die uns auf unserem Weg der Digitalisierung begleiten. Ohne die Generation der Digital Natives, für die alles Digitale ganz selbstverständlich ist, geht es nicht.“