BAU 2017 Terca: Unverwechselbar - runde Klinkerfassaden

Kreisrunder Supermarkt

•    Supermarkt-Architektur der besonderen Art
•    Exklusive Optik des Ringofenbrandes nachempfunden
•    Wilder Verband verstärkt architektonische Ausstrahlung
 

Hannover, Oktober 2016 (PRG) – Mit seinen drei runden Grundrissfiguren und den verklinkerten Außenwänden wird der neue Supermarkt zu einem unverwechselbaren Bestandteil des Oldenburger Stadtteils Kreyenbrück. Die Fassade aus Bockhorner Klinkern von Wienerberger nimmt Anleihe an die Umgebungsbebauung. Zugleich vermittelt sie durch sorgfältige Planungsdetails, ausgewogene Proportionen und die nuancenreiche Farbgebung des Strangpressklinkers Roßlau Wechselsortierung einen eigenständigen architektonischen Eindruck.

Drei ineinandergeschobene Kreise

„Das Umfeld ist zum großen Teil durch Bauten der 1930er- und 1950er-Jahre mit den für Norddeutschland typischen Klinkerfassaden geprägt“, erläutert Lars Frerichs von neun grad architektur die Entstehung der Entwurfsidee. „In der Materialität setzt unsere Fassade diese Tradition fort und ist damit auf den Standort abgestimmt. Mit seiner geschwungenen Form zeigt sich der Supermarkt jedoch identitätsstiftend und individuell, weil die benachbarte Bebauung ansonsten streng auf rechteckige Baukörper und formale Fensterreihungen orientiert ist.“

Der im Frühjahr 2016 fertiggestellte Supermarkt entstand auf der Grundrissfigur von drei teilweise ineinandergeschobenen Kreisen als organische Architektur. Der Drei-Kreis-Grundriss hatte außerdem den Vorteil, dass er sensibel in das parkartige Gelände des vorher an dieser Stelle stehenden Schwesternwohnheims eingebettet werden konnte. Gegenüber einer konventionell rechteckigen Planung der rund 3 000 Quadratmeter großen Grundfläche konnten auf diese Weise deutlich mehr Bäume erhalten bleiben.

Überraschender Raumeindruck

Die drei Kreise lassen sich deutlich an der runden Klinkerfassade ablesen. Selbst die Übergänge sind von organisch geschwungenem Sichtmauerwerk geprägt. Eingänge und Fenster passen sich der Gebäudegeometrie an: Die Architekten konzipierten sie als parabelförmige Bögen, scharfkantig in die Außenwände eingeschnitten.
Im Inneren erleben die Kunden einen überraschenden Raumeindruck: Bei Höhen von bis zu acht Metern wird ein Gefühl großzügiger Weite vermittelt. Direkt aus der Grundrissform des jeweiligen Baukörpers ergibt sich für die Kunden eine klare Wegeführung. Zugleich bieten die markanten Holzstützen in der Mitte eines jeden Kreises gute Orientierung.
 

Markante Eigenwirkung

Für die Außenwand suchten die Architekten nach einem Vormauerziegel, der durch eine lebendige Struktur und Farbgebung auf großen ungestörten Flächen eine markante Eigenwirkung entfalten kann. Bei der Bemusterung fiel die Wahl auf den Bockhorner Klinker Roßlau Wechselsortierung von Wienerberger. Seine ungewöhnliche Optik lehnt sich an die Tradition des Ringofenbrandes an. Bei dieser alten Ziegeltechnik wandert das Feuer permanent im ringförmigen Ofen weiter und erzeugt dabei je nach Hitze und Einwirkungsdauer sehr unterschiedliche, zumeist rustikale Oberflächen. 

Wienerberger adaptierte diese traditionelle Handwerkskunst für den Brand in modernen Tunnelöfen, sodass hochwertige Strangpressklinker mit äußerst charakteristischen Kohleausschmelzungen, Klebestellen und Sinterspuren hergestellt werden können. Die handverlesene Wechselsortierung der Chargen sorgt für ringofentypische Farbschattierungen; für Oldenburg war ein rot-braun-blauer Farbkanon festgelegt worden. Das besondere Klinkerbild der Wechselsortierung wird erreicht, indem die Läufer- und Fußseite in einem Verhältnis von circa 70:30 als Sichtseite vermauert wird. 

Das an sich schon sehr rustikale Erscheinungsbild der Roßlau Wechselsortierung verstärkten die Architekten zusätzlich durch eine Vermauerung im wilden Verband. Regelmäßige Linien und Muster wurden bewusst vermieden. Gleichzeitig entfiel eine anspruchsvolle Flächeneinteilung für die Maurer, die dadurch schneller und wirtschaftlicher arbeiten konnten. Eine auffällige Regelmäßigkeit ließ sich selbst an den alle acht bis zehn Meter erforderlichen vertikalen Dehnungsfugen vermeiden, die optisch sehr diskret als Mäander-Fuge mit besandeter Silikonfüllung ausgeführt wurden.

Supermarkt mit hoher Energieeffizienz

Die in Form, Farbe und Fuge sehr bewegten Ziegelflächen werden am oberen Mauerabschluss und am Übergang zu den parabelförmigen Eingangsbögen mit einem hellen Putzband gefasst, das einerseits für eine scharf umrissene Gebäudefigur sorgt und andererseits noch einmal die Nachbarbebauung der ehemaligen Kinderklinik mit ihren sandsteinfarbenen Fenstereinfassungen zitiert.

Die Außenwände erreichen einen U-Wert von 0,22 W/m²K, der in Kombination mit dem Wärmeschutz der Fenster und des Daches eine hohe Energieeffizienz ermöglicht. Hinzu kommt: Statt einer konventionellen Beheizung mit fossilen Brennstoffen wird die Abwärme der Kühltechnik in Kombination mit einer Luft-Wärmepumpe verwendet, um den Zuluftstrom innerhalb der ohnehin erforderlichen Lüftungsanlage zu erwärmen. Für den Betreiber des Supermarktes bedeutet das trotz großer und hoher Räume verhältnismäßig niedrige Heizkosten – und das über die gesamte Standzeit. Die wartungsarmen Klinkerfassaden aus gebranntem Ton sorgen überdies dauerhaft für eine kostensparende Bestandserhaltung.
 
Wienerberger auf der BAU 2017: Halle A3, Stand 100/101